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Gedanken zu den Ereignissen in Manchester am 22.05.2017/

Reflections on the attack in Manchester on 22.05.2017

 

Liebe Anhänger von Georgeanne und Freunde unserer Musik,

wir sind noch immer bestürzt und erschüttert über die Nachrichten vom Terroranschlag in Manchester. Wieder einmal war das Ziel dieses schrecklichen Verbrechens nicht ein politischer Gegner, sondern unschuldige Menschen, vor allem Jugendliche und Kinder. Einen Ort zu wählen, an dem die Musik von Ariana Grande in einem Konzert gefeiert werden sollte, verletzt uns als Musiker in ganz besonderem Maße. Wir fühlen uns erinnert an den Song "What`s up with the world", den wir im Jahr 2013 geschrieben haben. Es ist eine traurige Wahrheit, dass dieser Song, dessen Inhalt auf der Wahrnehmung einer zunehmend wachsenden Gewalt unter den Menschen basiert, noch immer an der Spitze der Reverb Nation Charts steht. Es schmerzt uns zutiefst, dass die Zahl und der Umfang von politisch / religiös motivierten Verbrechen, insbesondere gegen junge Menschen, innerhalb einer solch kurzen Zeit von 4 Jahren derartig zugenommen haben. Gewalt gegen unschuldige Menschen mit dem Ziel, Terror, Chaos und Angst zu verbreiten, und dabei körperliche Verletzungen bis hin zur Tötung in Kauf zu nehmen, oder gar zu beabsichtigen, ist in unseren Augen das abscheulichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Unser Mitgefühl ist bei den Opfern und ihren Familien. Wir scheuen uns nicht, uns gemeinsam mit den Opfern dieses Verbrechens verletzt zu fühlen und unsere Wut gegenüber den Verantwortlichen zum Ausdruck zu bringen.


Dear followers of Georgeanne and friends of our music,

we are still shaken with dismay and repugnance from the news about the terrorist attack in Manchester. Once again the target of this horrible crime has not been the political opponent but innocent people, most notably youngsters and children. To choose a venue where music ought to be celebrated by the concert of Ariana Grande that night, hurts us musicians even more. It made us remember the song “What’s up with the world” we wrote in 2014. It is a sad truth that this particular song and context are still at the top of the Reverb Nation charts today since it is based on the perception of ever growing violence amongst people. It hurts us deeply, that the number and magnitude of politically/religiously motivated crimes especially against the demography of youngsters has amplified in the short time of 3 years. Violence against innocent people with the aim to instill terror, chaos and fear, maim and kill, in our eyes, is the most abominable crime against humanity. Our condolences are with the victims and their families. We are not afraid to let ourselves hurt with the victims of this crime and make our fury known to the people responsible. 

 


 

Meine Nachlese zum Eurovision Song Contest 2017

Inzwischen ist ein wenig Zeit vergangen, ist eine Menge Wasser die Elbe hinab geflossen, die Wogen haben sich etwas geglättet und ich habe Zeit gefunden, meine Gedanken zum diesjährigen ESC zu ordnen und in eine schriftliche Form zu bringen. Während ich diesen Beitrag schreibe, läuft im Hintergrund auf Spotify die CD von Levina - "Unexpected", die ich nur wärmstens empfehlen kann, denn es ist eine der wenigen CDs, auf der mir fast alle Titel gefallen und bei der nicht ein aktueller Hit mit schnell zusammen geschriebenem Durchschnittsgedudel aufgefüllt wurde. Die neue CD von Levina zeichnet ein hörenswertes Bild dieser vielseitigen Künstlerin und - um es vorweg zu nehmen - das ist es auch in meinen Augen, was bleiben sollte und nicht das Tagesereignis eines vorletzten Platzes in einem Musikwettbewerb, und sei es auch ein ESC. Ich denke, Levina ist "tough enough" das genauso zu sehen, wenn die verständliche erste Enttäuschung überwunden ist. Ich hoffe sehr, dass sie von der deutschen Musikindustrie nicht vergessen und von der internationalen möglichst bald entdeckt wird - sie hat es verdient!

Doch nun mein Versuch einer Erklärung für das erneut schlechte Abschneiden unseres deutschen Beitrags zum ESC. Ich will versuchen, mich nicht von irgendeiner Verschwörungstheorie beeinflussen lassen, obwohl ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass die Außenwirkung unserer Regierungsoberen eine Menge dazu beiträgt, dass man im Ausland nicht für den deutschen Beitrag zum Telefonhörer greift. Oder könnte man sich vorstellen, dass beispielsweise die Zuschauer(innen) in Griechenland nach den jüngsten Äußerungen unseres Finanzministers irgendeine Spur von Sympathie für uns empfinden?! Weitere Beispiele ließen sich sicher leicht finden, doch ich will es bei dieser Randbemerkung belassen und zur musikalischen Sicht zurück kehren.

Der Eurovision Song Contest ist ein internationaler Liederwettbewerb, bei dem es darum geht, den besten Song zum Sieger zu küren. Ich erinnere mich, dass in früheren Jahren der Komponist, der Arrangeur und der Texter jedes einzelnen Songs namentlich vorgestellt und persönlich im Bild gezeigt wurden, danach kam der Dirigent an die Reihe, der von jedem teilnehmenden Land explizit für das eigene Lied gestellt wurde (das Orchester war übrigens für alle Sänger(innen) immer das gleiche) und erst danach wurde der(die) jeweilige Interpret(in) auf die Bühne gerufen. Die Auszeichnung wurde übrigens in der gleichen Reihenfolge vergeben, nur ob der Dirigent ebenfalls beteiligt wurde, weiß ich nicht mehr mit Sicherheit. Im Laufe der Jahre hat sich das Erscheinungsbild des ESC zu einer großen Bühnenshow gewandelt, das Grundanliegen ist jedoch geblieben - und das sollte man nicht vergessen: der ESC ist ein Song Contest, ein Liederwettbewerb. Vor diesem Hintergrund hat der diesjährige ESC einen verdienten und würdigen Sieger gefunden, denn der Beitrag Portugals erfüllt genau dieses Anliegen. Ich finde es deshalb auch nur richtig und angemessen, dass der Interpret Salvador Sobral den Siegertitel in der "Ehrenrunde" gemeinsam mit seiner Schwester vortrug. Sie hat nämlich diesen Song geschrieben. Salvador Sobral hat in seiner Pressekonferenz gesagt: „Das ist für die Leute, die wirklich Musik machen, die etwas bedeutet. Musik ist kein Feuerwerk. Wegwerf-Musik gibt es doch genug“. Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen, oder doch ...?

Die Zeit ist nicht stehen geblieben und aus den statischen Veranstaltungen der Vergangenheit ist eine große und bunte Show geworden. Heute laufen nicht mehr aus Versehen die Kabelträger für die Mikrofone durch`s Bild, heute spielt nicht mehr ein und dasselbe Orchester in immer gleicher Besetzung für alle Interpreten(innen) gleichermaßen. Nein, heute gibt es Playback, LED-Wände und Lasershows, Feuerwerk und Wasserspiele und manch anderes mehr. Eine Show in der früheren Form würde sich heute keiner mehr im Fernsehen anschauen. Dem muss man Rechnung tragen und - gut eingesetzt - tragen alle diese (eigentlichen Neben-) Effekte mittlerweile ebenbürtig mit der künstlerischen Leistung des/der (Interpreten(in) zum Gesamtwerk eines Vortrags mit bei.

Dieser Gesamteindruck ist es letztlich meiner Ansicht nach auch, der entscheidend dafür ist, wie die Zuschauer(innen) an den Fernsehschirmen per Televoting abstimmen. Auch ein mehrfacher Schnelldurchlauf kann den ersten Eindruck (der das "Bauchgefühl" bestimmt, das einen zum Telefonhörer greifen läßt) nicht ersetzen, ich denke auch - kaum noch relativieren. Aber, per Telefon kann man keine Punkterangfolge durchgeben, da ruft man für einen Titel an, vielleicht auch für mehrere, vielleicht auch für einen Titel mehrmals. Und so sind es immer nur die persönlich als die "Tops" gefühlten Titel, für die dann zentral die Punkte gesammelt werden, aus denen sich dann eine Reihenfolge ergibt. Ein Titel, der wirklich gut ist, der für einen persönlich beispielsweise sogar an dritter, vierter Stelle liegen würde, bekommt dennoch keine Punkte, weil nur für den (allenfalls für ein paar wenige) persönliche(n) Top-Titel angerufen wird. Hinzu kommt, dass sich sicher die Wenigsten im Vorfeld der Show im Internet alle Titel angeschaut und schon ein vorläufiges Urteil gebildet haben. Außerderm wäre der Eindruck aus dem Internet ohnehin nicht repräsentativ, da dort die Titel sowohl als Aufzeichnung eines nationalen Vorentscheids (also live), als auch bereits als kommerzielles Video vorliegen können - somit also das "Bauchgefühl", bzw. eine tatsächliche Vergleichbarkeit nicht gegeben wäre.

Bei den Länderjurys ist das etwas anders, die einigen sich nach einer nur für sie stattfindenden so genannten "Jury-Show" auf ihre Bewertung, die dann die Punktevergabe des jeweiligen Landes als "Jurywertung" zu 50% bestimmt. Hier gibt es also zumindest für 10 Titel Punkte, dennoch bleiben immer noch die restlichen fast zwei Drittel ohne Punkte. Dieser Modus erklärt übrigens für mich auch die in diesem Jahr erstaunlich krassen Unterschiede in der Bewertung durch die Jurys bzw. durch die "Televoter".

Es ist in der Zwischenzeit viel darüber debattiert worden, woran es wohl gelegen haben mag, dass unser Beitrag so schlecht abgeschnitten hat. Ich sehe die Hauptursache in dem beschriebenen Abstimmungsmodus, der abgesehen von einer kleinen Spitzengruppe alle nachfolgenden Titel gleichmacht, egal, ob sie wirklich gut sind, oder ob sie tatsächlich "völlig daneben gelegen haben" (wenn ich das einmal freundlich so umschreiben darf). Unsere "ESC-Macher" haben in diesem Jahr einen Titel ins Rennen geschickt, der für mich "guten Mainstream" verkörperte, der zwar mit Inbrunst und gesanglich ohne Tadel vorgetragen wurde von einer sympathischen und hübschen Interpretin, die man aber leider vor einem als solchen fast nicht zu erkennendem Bühnenbild und überdies noch in einem absolut nicht zu ihr passenden, völlig "unsexy" wirkenden Kleid auftreten ließ. Was sollte denn da bei den internationalen Zuschauer(inne)n als Bauchgefühl hängen bleiben?!

Ich kann nicht beurteilen, was für ein anderer Abstimmungsmodus mit den heutigen technischen Möglichkeiten realisierbar (und bezahlbar) wäre, könnte mir aber vorstellen, dass ein Modus, bei dem JEDER Titel innerhab einer Skala von beispielsweise 1 bis 5 bewertet wird, für mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit sorgen würde. Man müßte nur sicher stellen, dass hierbei auch in jedem Land die gleichen technischen Voraussetzungen gegeben sind. Wenn man zwischen den Vorentscheiden und dem Finale etwas mehr Zeit ließe, könnte die Abstimmung beispielsweise über ein entsprechendes Formular im Internet erfolgen. Dies vielleicht zunächst auch erst einmal parallel zu einer nach wie vor erfolgenden Abstimmung per Telefon, SMS, sowie durch eine Fachjury. Wie gesagt, der Möglichkeiten gibt es sicher viele. Es muss nur der Wille vorhanden sein, den gegenwärtigen Zustand, mit dem ganz gewiß nicht nur wir in Deutschland unzufrieden sind, auf den Prüfstand zu stellen und konstruktiv nach neuen, gerechteren Möglichkeiten zu suchen.

Zum Schluß - für diejenigen, die es gerne wissen möchten: ich habe für die Beiträge aus Rumänien und Belgien angerufen.

Wer noch einmal alles ganz genau nachlesen möchte, kann sich auf der Seite

www.eurovision.de

umfassend informieren. Wie ich hörte, soll diese Seite ganzjährig dem ESC gewidmet sein.

 


 

Über den Sinn und Unsinn von Publikum - Votings

Nunmehr zum dritten Mal in Folge habe ich mir den X-Factor in der dänischen Ausgabe im Internetstream angeschaut. Dies ist jeweils ab dem ersten Tag nach der Direktausstrahlung von DR1 (das erste Programm des staatlichen dänischen Fernsehens) auch für "Nicht-Dänen" möglich. Dass der X-Factor zur besten Sendezeit im ersten Programm läuft, zeigt den hohen Stellenwert, den dieses Format beim dänischen Publikum genießt. Es war übrigens die Jubiläumsausgabe - die 10. Staffel - und die 11. Staffel ist schon für nächstes Jahr avisiert.

Mir gefällt an diesem Programm (dessen Struktur dem bis vor kurzem auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten X-Factor gleicht), dass die Juroren und Coaches die Kandidaten ernst nehmen und es ausschließlich um die Musik geht und nicht um das Vorführen (im wahrsten Sinne des Wortes) von völlig unmusikalischen, dafür aber "durchgeknallten " Typen auf einem weit unter der Gürtellinie liegenden Trash-Niveau, wie man es von DSDS her kennt.

So hatten sich auch in diesem Jahr viele Talente beworben, von denen es die auch aus meiner Sicht zwei besten Sängerinnen und - für mich von Live-Show zu Live-Show unverständlicher - ein Sänger bis ins Finale schafften. Das Programmformat sieht in den Live-Shows bis zum Finale vor, dass per Publikums-Voting eine Rangfolge ermittelt wird und am Ende jeder Show die beiden Kandidaten mit den wenigsten Stimmen noch einmal gegeneinander antreten müssen. Die anderen sind direkt für die nächste Runde qualifiziert. Wer von den beiden "Wackelkandidaten" dann ausscheiden muss, bestimmen die drei Juroren. Im Finale treten dann die drei bis zuletzt "übrig gebliebenen" Kandidaten gegeneinander an und hier entscheidet dann ausschließlich das Publikums-Voting.

In den beiden zurück liegenden Jahren sind durch dieses Verfahren tatsächlich im Vorfeld die drei besten Kandidaten bis ins Finale gekommen und es wurden würdige Sieger gekürt, die man auch später wieder in dänischen Fernsehshows angetroffen hat (soweit ich ab und an einmal darauf gestoßen bin). Der junge Mann, der in diesem Jahr aus dem Publikums-Voting als Sieger hervorgegangen ist, genießt aus rein menschlicher Sicht meinen größten Respekt. Ein schüchterner junger Mann, der sich vorher nur in Computerspiele vergraben hat und sich nicht traute, Mädchen anzusprechen, geschweige denn, jemals öffentlich ein Lied vorgetragen hat (ich gebe hier seine Selbstdarstellung wieder). Ich bewundere seinen Mut und auch die musikalische Entwicklung, die er im Verlauf der Shows gemacht hat. Aber - auch wenn ich es gewiß selbst nicht besser könnte - bei allem möglicherweise noch schlummernden Talent, für eine Künstlerkarriere reicht es nach meinem Ermessen bei weitem nicht.

Aber genau das sollte doch das eigentliche Ziel dieses Wettbewerbs sein. Der Siegerpreis ist (recht sparsam im Vergleich zu dem übrigens, was wir aus den deutschen Shows kennen ...) ein Flug in die USA und die Produktion einer CD unter den Fittichen eines bekannten Komponisten und Produzenten, diesmal Dallas Austin, der bereits mit solchen Showgrößen wie Madonna, Pink, Rihanna (um nur einige zu nennen) zusammen gearbeitet hat. Was wird heraus kommen, wenn der Vorhang vor dem X-Factor gefallen und der Alltag wieder eingezogen ist?! Wer wird künftig für den Gewinner schreiben, welches Plattenlabel wird ihn unter Vertrag nehmen, wenn der Hype der Fernsehshow vorüber ist? Und wie lange werden ihm die Teenie-Mädchen die Treue halten, die ihn zum Sieger gevoted haben, weil sie ihn zweifellos süß fanden?

Und hierin sehe ich leider auch eine gewisse Tragik. Das Showgeschäft ist brutal und die vermutlich schnell einkehrende Ernüchterung nach dem Sieg im Finale hat der junge Mann nicht verdient. Aufgrund des oben beschriebenen Ausscheidungsmodus haben allerdings die Juroren in den Liveshows nur noch beschränkt und im Finale gar keinen Einfluss mehr darauf, wer weiter kommt bzw. wer am Ende zum Sieger gekürt wird. Und wenn das Publikumsvoting - wie hier geschehen - nur noch per SMS oder App (und nicht mehr telefonisch) möglich ist, dann ist die Zielgruppe der Abstimmenden ziemlich eindeutig definiert und eingegrenzt.

Ich wünsche dem jungen Mann, dass er im Verlauf der Shows nunmehr genügend Selbstvertrauen aufgebaut hat und dass er den schnell erworbenen (vermutlich jedoch nur kurzlebigen) Ruhm richtig einzuordnen vermag. Dazu wird er auch die ehrliche Unterstützung seiner Familie und Freunde brauchen, sowie Berater und Coaches, die bei seinem Eintritt in die Musikbranche fair mit ihm umgehen.

Hier nun die Links zu den Videos der drei Finalist(inn)en, damit Ihr Euch eine eigene Meinung bilden könnt:

Platz 3
Mia
https://www.youtube.com/watch?v=eEv8WmUORoQ

Platz 2
Chili
https://www.youtube.com/watch?v=3ptDu_3os-s

Platz 1
Morten
https://www.youtube.com/watch?v=hAipPwgDVOM

Mir ist natürlich bewußt, dass derartige Shows auch eine eigene Interessenlage haben, die darin besteht, mit den neu entdeckten Talenten über den Verkauf von CDs und Fanartikeln Geld zu verdienen, im Idealfall einen neuen Star zu finden, mit dem sich auch langfristig (und noch mehr) Geld verdienen läßt, was ich im Übrigen durchaus für legitim halte. Vor diesem Hintergrund ist selbstverständlich die Meinung des Publikums (der künftigen Käufer ...) von großer Bedeutung. Dennoch sollte aus meiner Sicht in einer Show, die einen hauptsächlich musikalischen Anspruch hat, das musikalische Können das Hauptkriterium für die Auswahl des künftigen Stars sein, neben Showtalent, Ausstrahlung und Beliebtheit als Gesamtpaket.

Dies nur auf die Größe und Aktivität der Fanbase zu beschränken, die sich darstellt in der Anzahl der Follower auf Facebook, Youtube, Instagram u.a. und in logischer Folge dann im Abstimmungsergebniss mittels einschlägiger Apps, ist in meinen Augen zu einseitig und zu kurzsichtig, zumal hiermit die Generation derjenigen ausgeschlossen wird, die lieber noch konservativ per Telefonanruf abstimmen würden. Hilfreicher und gerechter wäre aus meiner Sicht eine Kombination aus Fachjury und Publikum, wobei in der Fachjury durchaus neben Komponisten und Produzenten auch Youtubestars und -blogger(innen) sitzen sollten.

Schauen wir einmal, wie es weitergeht. Ich werde in einem Jahr - nach der 11. Staffel - zu diesem Thema wieder berichten.

2017 - 04 -05

 



 

Er war einst auch ein rollender Stein

zum Gedenken an Brian Jones
Mitbegründer der Rolling Stones

Als ich neulich abends wieder einmal nicht einschlafen konnte, bin ich beim Suchen eines "beruhigenden Radioprogramms" bei einer sehr interessanten Dokumentation über das - leider viel zu kurze - Leben von Brian Jones hängen geblieben, der als einer der Mitbegründer der Rolling Stones gilt. Da die Sendung mit vielen Stücken aus seinem damaligen musikalischen Wirken gespickt war, hat sich die ersehnte Schläfrigkeit dann natürlich nicht eingestellt, aber das habe ich auch nicht bereut, denn ich hörte von vielen neuen und interessanten Fakten, die ich so bisher noch nicht kannte.

Anlass der Sendung war der 75. Jahrestag des Geburtstags von Brian Jones, wenn er ihn denn erlebt hätte ...

Brian Jones wuchs in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf, gegen das er zwar alsbald zu rebellieren begann, was ihn jedoch nicht hinderte, eine gute musikalische Grundausbildung durch seine Mutter, die Musiklehrerin war, "mit zu nehmen". Aber bald zog es ihn nach London, wo er sich mit ALEXIS KORNER anfreundete, in dessen Band BLUES INCORPORATED er im März 1962 seinen ersten Bühnenauftritt absolvierte. Über Alexis Korner lernte Brian auch MICK JAGGER und KEITH RICHARDS kennen, mit denen gemeinsam er im Juni die ROLLING STONES gründete.
Während anfänglich das Slide-Gitarrenspiel das hervorstechende Merkmal von Brian war, entwickelte er sich immer mehr zu einem Multi-Instrumentalisten und hat die Stücke der Rolling Stones mit einer Vielzahl von Instrumenten bereichert, die alle von ihm selbst eingespielt wurden, beispielsweise: Flöte, Harfe, Oboe, Cembalo, Akkordion, Banjo, Piano, diverse Blasinstrumente, um nur einige zu nennen. Bekannt sein dürfte vielen das furiose Pianospiel im Stück "WE LOVE YOU", das übrigens einem eher dunklen Kapitel der Geschichte der Rolling Stones gewidmet war - einem Zwangsaufenthalt in einer Gefängniszelle wegen unerlaubtem Drogenbesitzes und - Mißbrauchs.

Brian Jones verfiel immer mehr dem Drogen- und Alkoholmißbrauch, zu dem noch ein überhöhter Konsum an Medikamenten kam, die er wegen Asthma und Schmerzen einnahm. Sein exzessiver Lebensstil führte zu häufigen Krankenhausaufenthalten und mehreren Konzertabsagen. Vermutlich auch aus diesem Grund distanzierten sich die übrigen Bandmitglieder mehr und mehr von ihm. Zudem ging sein musikalischer Einfluss immer mehr hinter den der Autoren Jagger & Richards zurück. Die letzten gemeinsamen Konzertauftritte fanden im März/April 1967 statt und als die Rolling Stones danach wegen des desolaten Zustands von Brian nicht mehr öffentlich auftreten konnten, wurde am 8. Juni 1969 die endgültige Trennung vollzogen.
Man einigte sich auf eine einmalige Zahlung von 100.000 Pfund Sterling, sowie weitere 20.000 Pfund jährlich, solange die Rolling Stones bestehen. Die Vereinbarung soll einvernehmlich zustande gekommen sein, nur leider hatte Brian nicht mehr viel davon, denn er wurde wenig später - am 2. Juli 1969 - ertrunken in seinem Swimming Pool aufgefunden. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, er sei keines natürlichen Todes gestorben, doch sie konnten nie bewiesen werden.

Brian Jones ist damit zu einem weiteren Mitglied im so genannten "Club 27" geworden, zu dem auch Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Kurt Cobain und als jüngstes "Mitglied" Amy Winehouse gezählt werden - alles Musiklegenden, die im Alter von 27 Jahren gestorben sind. Wir alle hätten ihm (und uns) viele weitere Jahre musikalischen Schaffens gewünscht. Das, was er in den wenigen Jahren seines Wirkens hinterlassen hat, wird jedem Rolling Stones Fan, und sicher nicht nur ihm, in bester Erinnerung bleiben!

 


 

Mit neuem Mut dem Wettbewerb entgegen ...

Nun haben die Fernsehzuschauer entschieden, welchen Beitrag Deutschland zum ESC 2017 nach Kiew entsenden wird - besser gesagt: sie haben den besten aus den angebotenen 5 Beiträgen ausgewählt. Das ist jetzt nicht ironisch gemeint, denn Levina, als die Siegerin des Wettstreits ist auch in meinen Augen eine würdige Vertreterin unseres Landes und eine tolle Sängerin. Ich hätte mir nur eine größere Auswahl an Interpreten / Interpretinnen gewünscht, was für den Unterhaltungswert das Abends gewiss förderlich gewesen wäre. Ihre Konkurrentinnen und der einzige männliche Konkurrent waren ihr in keiner Weise ebenbürtig, auch wenn jede(r) im Einzelnen durchaus ihre (seine) speziellen individuellen Stärken (Frische und Natürlichkeit - Helene, Stimmfarbe - Axel, Bühnenpräsenz - Yosefin, besondere Songauswahl - Felicia Lu) hatte, aber nur Levina konnte als "stimmiges Gesamtpaket" überzeugen und wird verdient nach Kiew fahren. Dazu sollen sie alle unsere guten Wünsche begleiten!

Das Reglement des Wettbewerbs führte am Ende dazu, dass Levina im Finale gegen sich selbst antreten musste und die Zuschauer zu entscheiden hatten, welcher der extra für diesen Wettbewerb geschriebenen Songs in Kiew vorgetragen werden soll. Die beiden zur Wahl stehenden Songs wurden übrigens von namhaften internationalen Singer/Songwriterinnen geschrieben: Marit Larsen (Norwegen) und Lindy Robbins (USA). An dieser Stelle möchte ich die angenehm sachliche und fachkundige Jury erwähnen, die aus unserer ehemaligen ESC-Gewinnerin Lena, sowie Tim Bendzko und Florian Silbereisen bestand. Auch wenn deren Beurteilungen eher dem "Schwenken eines liebevollen Stöckchens" gleichkamen, als einem "Wink mit dem Zaunpfahl", so benannten sie in meinen Augen doch recht gut die Stärken und Schwächen der einzelnen Beiträge. Interessant waren übrigens auch die kurz vor der Entscheidung gezeigten Videos einiger unserer internationalen Konkurrenten ("... man muss doch wissen, was uns in Kiew erwartet ...") und die Worte von Florian Silbereisen, dass er nach diesen Videos seine Meinung geändert habe und empfehlen würde, doch lieber den zweiten Song nach Kiew zu schicken, weil dort offensichtlich schon genug Balladen durch die anderen Länder vertreten sein werden. Ob sich die Fernsehzuschauer davon haben beeinflussen lassen (die "Fernsehjury" hatte ja nur beratende Funktion und kein Stimmrecht) , weiß ich nicht, allerdings denke auch ich, dass wir mit dem Titel "Perfect life" bessere Chancen haben werden werden als mit "Wildfire".

An dieser Stelle möchte ich den Hinweis geben, dass über den folgenden Link alle Informationen zum deutschen Vorentscheid, zu den bisher nominierten Songs der anderen Teilnehmerländer und vieles andere mehr erreichbar sind:

http://www.eurovision.de/unser_song_2017/index.html

Bitte beachten: wer sich die Videos auf diesen Seiten anschauen möchte, muss vorher auf einigen Unterseiten erklären:
(Zitat:) Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Youtube angezeigt werden.
Hier muss das entsprechende Häkchen gesetzt werden.

Ich fand auch sehr interessant, wie die Arrangements der Songs für die jeweiligen Wettbewerber zugeschnitten wurden. Ich möchte aber zu der Bemerkung von Florian Silbereisen noch "einen oben drauf setzen": Ich würde es gut finden, wenn man die Begleitung auf eine Band reduzieren und den Song deutlich "rockiger" machen würde. In seiner jetzigen Form ist er "gut, lieb und nett", aber in Bezug auf das in Kiew zu erwartende Gesamtangebot wird er sich davon nicht abheben, keine besondere Aufmerksamkeit (den berühmten "AHA-Effekt") wecken können. Und nur darin sehe ich eine Chance, dem Nachteil des bekanntermaßen vorhandenen Unbeliebtseins Deutschlands im Großteil von Europa endlich wieder einmal entkommen zu können.

Ich habe dazu in meinem vorjährigen Beitrag zum ESC schon einmal meine Meinung geschrieben und möchte das an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen. Nur soviel - möge beim großen Finale die Musik über die Politik siegen und mögen die Fans in Kiew, sowie an den Bildschirmen in ganz Europa sich darauf besinnen, weshalb sie gekommen sind, bzw. weshalb sie eingeschaltet haben: möge es ein Abend werden, der dem größten Musikfestival der Welt gerecht wird und möge der beste Song den Sieg davon tragen!

 


 

Willkommen 2017


Man kann das neue Jahr 2017 eigentlich nicht willkommen heißen, ohne zuerst mit Trauer und Wehmut an das vergangene Jahr zurück zu denken – viele bezeichnen es bereits als „Schicksalsjahr“ - in dem so viele Große der Musikszene von uns gegangen sind.


Ohne Anspruch auf Vollständigkeit – eine Chronologie des Gedenkens:


10.01.2016 David Bowie


18.01.2016 Glenn Frey

(Mitbegründer der Eagles, schrieb „Hotel California“)

 

08.03.2016 George Martin

(langjähriger Manager und Produzent – „Der Fünfte Beatle“)

 

    10.03.2016 Keith Emerson

    (Emerson & Lake & Palmer)

     

    21.04.2016 Prince

     

    10.11.2016 Leonard Cohen

     

    07.12.2016 Greg Lake

    (Emerson & Lake & Palmer)

     

    24.12.2026 Rick Parfitt

    (Gitarrist von Status Quo)

     

    25.12.2016 George Michael


    Ich habe zum Jahreswechsel diverse musikalische Highlights im Fernsehen erlebt, darunter einen Auftritt von Tom Jones (mittlerweile 76 Jahre), sowie den Mitschnitt eines Konzerts, das die Rolling Stones am Karfreitag 2016 in Havanna gegeben haben (Mick Jagger – 73 Jahre, Keith Richards 73 Jahre, Charlie Watts – 75 Jahre, nur Ron Wood ist noch ein „Sechziger“, er feiert erst in 2017 seinen 70. Geburtstag).


    Mit welch großem Können und mit wie viel Freude standen diese „alten Herren“ auf der Bühne! Da kam mir immer wieder der Ohrwurm in den Sinn, den ich (neben dem bekannten anderen, der wie kein anderes Weihnachtslied die Fangemeinde gespalten hat – geliebt und gehasst - Last Christmas) vor allem mit George Michael verbinde – es ist der Song, den er im Duett mit Elton John gesungen hat: Don`t let the sun go down on me.


    Deshalb in Abwandlung gerichtet an alle, die wir noch lange, lange hören und auf den Bühnen der Welt sehen möchten::


    Don`t let the sun go down on them – Laß nicht die Sonne über ihnen untergehen !


    In diesem Sinne lasst uns das neue Jahr mit Optimismus beginnen und mit freudiger Erwartung auf viele musikalische Highlights hoffen.


    Wünschen wir den Großen und „Etablierten“, dass sie uns mit neuen Leckerbissen verwöhnen und wünschen wir den Newcomern, dass sie den Sprung ins Rampenlicht schaffen und sich mit guten und erfrischenden neuen Songs dort behaupten können.



     

    Rückblick auf die CMA – Country Music Awards – 2016


    Wenn man weiß, wie es geht, kann man sich die Country Music Awards 2016 im Internet in voller Länge anschauen …


    GEORGEANNE ist in Bezug auf Country-Music zugegebenermaßen etwas gespalten, was ja auch legitim ist, Geschmäcker dürfen ja durchaus verschieden sein. Ich, als der männliche Teil bin jedenfalls (unter anderem) bekennender Fan der Country-Music, die im vergangenen Jahr das 50-jährige Jubiläum ihrer alljährlichen Auszeichnungsgala, die Country Music Awards feierte. Dementsprechend groß war auch das Aufgebot an Stars der Country-Music aus Geschichte und Gegenwart.


    Mir persönlich fehlte es ein wenig an Frische, weil überwiegend sentimentale Songs dargeboten wurden, was jedoch vielleicht auch dem Anlass geschuldet war.


    Neben der gewohnt souveränen Moderation von Carrie Underwood, die nach dem Gewinn des „American Idol“ im Jahre 2005 mittlerweile auf eine erstaunliche musikalische Karriere zurück blicken kann, hat mich vor allem die Gewinnerin des Preises „Newcomer of the year“ beeindruckt – Maren Morris.

     



    Der Eurovision Song Contest 2016 – Versuch einer Reminiszenz


    Nun ist auch der diesjährige Eurovision Song Contest (ESC) wieder Geschichte. Heiß diskutiert werden zur Zeit vor allem der Siegertitel aus der Ukraine und der erneute deutliche letzte Platz unseres deutschen Beitrags.

    Unabhängig von diesen beiden Diskussionspunkten - wir haben wieder eine großartige Musikshow erlebt, die beiden Semifinals inbegriffen.

    Deutschland hat zum zweiten mal in Folge den letzten Platz belegt und wer im Web herumstöbert, wird dazu die unterschiedlichsten Kommentare und „Verschwörungs-theorien“ finden. Ich möchte mich an Letzteren nicht beteiligen, sondern die Sache zunächst einmal nur aus dem Blickwinkel der Mathematik betrachten.

    An der Abstimmung im Finale haben sich 42 Länder beteiligt. Für das eigene Land durften keine Stimmen abgegeben werden; aus jedem Land gingen mit jeweils 50% ein die Stimmen einer nationalen Fachjury und die Stimmen aus dem Telefonvoting. Für das eigene Land durfte nicht gestimmt werden, das heißt, es wurden insgesamt (42 – 1) x 2 = 82 mal Punkte vergeben.


    Der Siegertitel bekam in Summe 534 Punkte und erreichte somit eine durchschnittliche Bewertung von 534 / 82 = 6,512 Punkten.

    Da nur eine Punkteskala von 1 bis 12 möglich war, hat – so betrachtet - selbst der Siegertitel nur knapp über dem Mittelwert von 6 Punkten gelegen.

    Da bekanntermaßen eine ganze Reihe von Ländern dem Siegertitel (bzw. auch den anderen vorn platzierten Titeln) 10 oder 12 Punkte gegeben haben, bedeutet das in der Logik der Mathematik aber auch, dass selbst diese Titel in einer ganzen Reihe anderer Länder gar nicht so gut angekommen sein müssen.

    Betrachten wir das Ganze nun einmal von einer anderen Seite. Jede Jury, bzw. die Zuschauer im Telefonvoting, durfte(n) Punkte von 1 bis 12 vergeben. Da die Punktzahlen 9 und 11 ausgeschlossen waren, konnten somit lediglich 10 von 26 Beiträgen überhaupt für eine Punktbewertung in Frage kommen, d.h. 16 Beiträge (also weit mehr als die Hälfte!) mussten von vornherein „aussortiert“ werden.

    Das bedeutet, dass selbst Beiträge, die einem durchaus gut gefallen haben könnten, bei einem solchen Bewertungssystem zwangsläufig „durch`s Sieb fallen müssen“, weil 6 Punkte (als Mittelwert zwischen 1 und 12) eben nicht für eine durchschnittliche Platzierung im Mittelfeld, sondern bereits für einen Spitzenplatz 6 (von 26) vorgesehen sind.

    Ich persönlich halte wenig von der „The winner takes it all“ – Mentalität eines solchen Bewertungssystems (übrigens auch nicht im Sport, wo schon eine Silbermedaille fast als Niederlage gewertet wird …), sondern würde es begrüßen, wenn künftig jeder Beitrag mit Punkten bewertet und der Siegertitel allein über die Gesamtzahl aller erreichten Punkte ermittelt würde.

    Auch ein solches System kann bei entsprechender Moderation ebenso spannungsgeladen sein wie das jetzige und wäre in jedem Fall gerechter.

    Nun ein paar Bemerkungen zu Jamie-Lee.

    Als Interpretin steht sie für mich in einer Reihe mit Frans aus Schweden (If I were sorry), Laura Resoro aus Belgien (What`s the pressure), Douwe Bob aus den Niederlanden (Slow down), Zoё aus Österreich (Loin d`ìci) und Francesca Michielin aus Italien (No degree of separation), alles junge Künstler(innen).

    Jamie-Lee hat von allen meiner Auffassung nach sogar das beste gesangliche Potential. Sie landete jedoch abgeschlagen auf dem letzten Platz, während die anderen Genannten sich im guten Mittelfeld und sogar in der Spitze (Frans) platzieren konnten. Woran könnte das gelegen haben?

    Für jeden der oben Genannten fällt mir auf Anhieb mindestens ein Grund ein, weshalb ich ihr(ihm) sofort „Sympathiepunkte“ gegeben hätte: das freche und spritzige Auftreten von Laura aus Belgien, die ruhige und eindringliche Performance von Douwe Bob, der Charme und die Bühnenpräsenz von Frans, der Mut zur französischen Sprache von Zoe und der ein bisschen schüchterne, aber zauberhafte Auftritt von Francesca. Jede(r) war mit ihrem(seinen) Song und dem Bühnenbild ein in sich schlüssiges „Gesamtpaket“.


    Und Jamie-Lee ?

    Ihr durchaus netter und zu ihrem gesamten Erscheinungsbild auch nicht aufgesetzt wirkender Manga-Style passte jedoch weder zu dem eher ernsten Text des Songs, noch zum Bühnenbild, welches in seiner düsteren Geballtheit das kleine zierliche Mädchen – welches eigentlich im Vordergrund stehen sollte – überdeckte.

    Um nicht missverstanden zu werden – jeder Aspekt für sich betrachtet, war durchaus in Ordnung und professionell gemacht, aber in der Gesamtheit nicht stimmig und zueinander passend. Das mag wohl hauptsächlich den Ausschlag gegeben haben, dass bei dem eingangs ausführlich betrachteten Bewertungssystem kein ausreichender Funke übergesprungen ist, welcher Jamie-Lee aus dem Mittelfeld heraus in die mit Punkten bedachten vorderen 10 Plätze hätte bringen können.

    Und – um nun doch wenigstens einmal auf eine der vielen „Verschwörungstheorien“ einzugehen: Wenn man unterstellt, das Deutschland in der politischen Beliebtheits-skala bei vielen europäischen Ländern wohl eher im unteren Bereich zu finden sein dürfte, wäre auch das eine Erklärung, weshalb wir wohl eher nicht mit wenigstens ein paar „Sympathiepunkten“ bedacht worden sind.


    Aber jetzt zum Siegertitel.

    Im vergangenen Jahr konnte man ein Bewertungsschema downloaden, nach welchem Punkte zu vergeben waren u.a. für die Musik als solche, für das Arrangement, für den Gesang, für die Interpretation, für die Choreographie, für die Erscheinung der(des) Interpretin(en), für das Bühnenbild u.s.w.. Ich kann hier nur ein paar nennen, denn es fallen mir nicht mehr alle ein. Im vorigen Jahr habe ich das wirklich ehrlich für jeden einzelnen Titel gemacht und war selbst überrascht, welche Reihenfolge am Ende heraus gekommen ist.

    Ob es ein vergleichbares Bewertungsschema in diesem Jahr auch gegeben hat, weiß ich nicht; ich hätte aber darauf verzichtet und nur meinem „Bauchgefühl“ vertraut und danach gewertet, ob mich ein Titel berührt oder nicht und wie er musikalisch und durch die Interpretation auf mich wirkt. Und mit dieser Betrachtungsweise hatte ich neben den vorgenannten jungen Künstler(innen) eigentlich nur noch Australien ganz vorn.

    Wer sich streng nach den eben beschriebenen Bewertungskriterien gerichtet hat, musste zwangsläufig auch die Ukraine ganz nach vorn punkten! Ohne Wenn und Aber ein gesanglich großartig vorgetragenes, musikalisch gelungenes Gesamtwerk (insbesondere mit den eingebauten folkloristischen Elementen), beeindruckendes, zum Inhalt passendes Bühnenbild, …


    JEDOCH:

    Man muss sich die Frage stellen, welchen Anspruch der ESC an sich selbst stellt, was den inhaltlichen und stilistischen Charakter des musikalischen Wettbewerbs betrifft. Soll es bei einem Wettbewerb der Popmusik (im weitesten Sinne) bleiben, oder wird der Weg frei gemacht zu einem Festival des politischen Liedes, vielleicht Jazz, Metal, oder was auch immer …!

    Und wer nimmt als nächster für sich in Anspruch, das Leid seiner Vorfahren zu besingen (Russland, Polen, Israel, Serbien, Kroatien, … ) ?

    Die Worte der Siegerin in allen Ehren, dass sie keine aktuelle politische Botschaft überbringen, sondern nur die Geschichte ihrer Großmutter erzählen wollte und lediglich „love and peace for all people …“ (im Siegerinterview mit den Moderatoren des ESC) wünscht. Das wurde zwar von allen Kommentatoren wohlwollend aufgenommen und weiter vermittelt – ich habe jedoch nicht vergessen, dass die gleichen Kommentatoren im Vorjahr die Botschaft von „love and peace“, welche die Vertreterin Russlands in ihrem Song „A million voices“ (der übrigens den zweiten Platz belegte!) verpackt hatte, mit wenig freundlichen Worten als Ablenkungs-manöver Putins (der ja sowieso hinter allem Bösen steckt …) tituliert hatten.

    Insoweit bleibt leider auch ein gewisser bitterer Nachgeschmack bei dem Gedanken, dass der nächste ESC nun in jenem Land ausgerichtet werden wird, welches mit nicht unbeträchtlichen finanziellen Mitteln (auch unserer Steuerzahler) als politisches Bollwerk gegen Russland aufgebaut worden ist. Da kaum anzunehmen ist, dass die Ukraine in absehbarer Zeit in der Lage sein wird, die Mittel für eine vergleichbare ESC-Show selbst aufzubringen, bleibt die Hoffnung, dass der notwendige Transfer aus der EU dazu beitragen wird, dass eine für alle Beteiligten faire Show ausgerichtet wird, die sich würdig an den ESC von 2016 in Stockholm anschließt.


    In Abwandlung eines im Fußball gern verwendeten Spruches:


    Nach dem ESC ist vor dem ESC !


    Freuen wir uns auf ein Wiedersehen und ein erneutes großes Musikfest im nächsten Jahr!


    Und:

    Mögen die Hauptschlagzeilen dann wieder von der Musik geschrieben werden!





    Zum Gedenken an David Bowie
    (geb. 08.01.1947 gest. 10.01.2016)

    Das neue Jahr ist gerade einmal zwei Wochen alt und ich werde erneut durch die Nachricht erschüttert, dass ein weiterer Großer der Rock und Popgeschichte von uns gegangen ist. Ich möchte auf eine Darstellung seiner Biographie und Bewertung seines Lebenswerks verzichten, das haben so viele andere schon getan und die können das viel besser als ich:


    http://www.spiegel.de/kultur/musik/david-bowie-ist-tot-wo-er-war-war-vorne-a-1071434.html
    http://www.laut.de/News/David-Bowie-Nachruf-Blackstar-als-magischer-Abgang-12-01-2016-12120
    http://www.tagesschau.de/ausland/david-bowie-tot-109.html


    Denn ich muss gestehen, dass ich meine erste wirkliche Berührung mit David Bowie hatte, als ich seinen – für mich besten – Song „Heroes“ in dem Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ hörte, der mir musikalisch mindestens ebenso intensiv in die Seele gedrungen ist, wie gefühlsmäßig die Handlung dieses Films. Das war im Jahr 1981 und David Bowie war zu dieser Zeit schon ein Weltstar. Mir war er damals „viel zu schrill, ein bunter Paradiesvogel, nirgendwo einzuordnen, …“ und erst nach und nach begriff ich – als ich mich intensiver mit seiner Musik auseinander zu setzen begann – dass genau das sein „Markenzeichen“ war und bis zum Ende seines Schaffens geblieben ist. Der Link zum Video von „Heroes“ führt – welch ein Gleichnis – zum Auftritt David Bowies beim Freddie Mercury Tribute Concert 1992.

    Wie schon Freddie vor 24 Jahren, hat uns auch David ein unsterbliches musikalisches Erbe hinterlassen. Seine letzte und unmittelbar vor seinem Tod veröffentlichte CD „Blackstar“ zieht wieder alle Register seiner musikalischen Spannweite, so als ob er uns zum Abschied noch einmal zeigen wollte: So war ich und so sollt Ihr mich in Erinnerung behalten. Das werden wir, David und – DANKE !


    2014-09-29 - Wir haben wieder eine Homepage !!!


    Aus technischen Gründen, waren wir eine zeitlang nicht online!

    Dank unseres „Mister X“ ist es nun wieder soweit und es sind auch alle alten Beiträge noch vorhanden. Diese noch einmal zu lesen war verbunden mit dem Seufzer, oh, das ist ja schon eine ganze Weile her …


    Dies bringt mich auf den Gedanken, meinen ersten Beitrag auf unserer wieder auferstandenen Homepage einem Künstler zu widmen, der heute seinen 80. Geburtstag feiert. Am vergangenen Wochenende habe ich eine Dokumentation über ihn gesehen mit dem Titel „Der Mann, der Udo Jürgens ist“. Ich kann nur jedem empfehlen, der Musik liebt, oder gar selbst macht, diese Dokumentation irgendwo im Internet in den Mediatheken aufzuspüren, oder sie anzusehen, wenn sie noch einmal wiederholt werden sollte – sie ist sehenswert.

    Ich gebe zu, dass auch ich in meiner Schüler-Band-Zeit jegliche deutschsprachig gesungene Musik weit von mir gewiesen habe, mit Ausnahme der Schlager von Little Peggy March, Manuela, Conny Froboess oder France Gall (um nur ein paar der netten Mädchen zu nennen, die damals über die Sender trällerten). Das mag aber wohl eher nicht an ihren Liedern als solchen gelegen haben, sondern vielmehr an ihren hübschen kurzen Röckchen und den langen weißen Stiefeln, die damals modern waren …

    Es gab jedoch einen Sänger, den ich von Anfang an verehrt habe – und das bis heute – das ist Udo Jürgens. Nach seinem Sieg beim Eurovision Song Contest mit dem Titel Merci Cheri ging es mit seiner Karriere steil bergauf und noch heute füllt er große Säle bei seinen Konzerten.

    Sein Erfolgsrezept sollte beispielgebend für jeden sein, der sich mit Musik beschäftigt, gleich ob aus Spaß an der Freude oder ob mehr oder minder professionell – Udo Jürgens hat immer versucht, in seinen Songtexten Botschaften zu verpacken und das Gefühl herüber zu bringen, sich selbst irgendwie darin wieder zu finden. Er hat nie den Eindruck auf der Bühne erweckt, ein Programm nur abzuspulen, immer war ihm der Kontakt zum Publikum wichtig und mmer ist es ihm auch gelungen, den Funken überspringen zu lassen. Er hat bei seinen Konzerten weltweit ein dankbares Publikum gefunden, die Sprache war dabei nicht wichtig.

    Natürlich sind seine Auftritte professionell, wurde er immer von glanzvollen Musikern begleitet, wie z.B. von seiner Pepe Lienhard (Haus-)Band. Das allein jedoch macht es nicht, neben seinem musikalischen Können ist es vor allem auch der Mensch und Musiker Udo Jürgens, der sein Publikum so viele Jahre begeistert hat und noch begeistert. Er hat angekündigt, wieder auf Tournee zu gehen.

    Von einer „Abschiedstournee“ mag er jedoch nichts hören. Es ist schön, wenn eine Dokumentation den Titel trägt „Der Mann, der Udo Jürgens ist“ (und nicht …war“) Möge es noch lange so sein – Alles Gute zum Geburtstag, Udo Jürgens und Respekt vor deinem großartigen Lebenswerk!

     

    Anmerkung Dezember 2014:

    Leider ist Udo Jürgens am 21.12.2014 verstorben. Seine Musik aber wird weiterleben und wir werden sein Andenken in Ehren halten.

     


     

    08.06.2013

    Unser neues Video ist endlich hochgeladen, "What´s up with the world"... Viel Spaß beim anschauen!



     


     

    26.05.2013

    Lang ist`s her …!

     

    Man mag es kaum glauben und ich bin selbst erschrocken, als ich sah, dass ich den letzten Beitrag in dieser Rubrik vor drei Jahren geschrieben habe…

    Machen wir das Beste daraus und freuen uns, dass es Georgeanne auch nach diesen drei Jahren Pause noch gibt und dass wir – wie Ihr sicher gesehen habt – auch wieder einen neuen Song hochgeladen haben, der inzwischen recht erfolgreich im Internet in den Reverbnation Charts läuft. Danke an dieser Stelle auch denjenigen von Euch, die durch ihre Klicks mit dazu beigetragen haben! Völlig „uneigennützig“ an dieser Stelle auch noch einmal der entsprechende Link:

    http://www.reverbnation.com/georgeanne

    Anlass für meinen Beitrag ist der erst kürzlich über die Bühne gegangene Eurovision Song Contest. Nach dem unerwarteten Erfolg von Lena vor 3 Jahren und den guten Platzierungen in den beiden darauf folgenden Jahren ist Deutschland diesmal wieder ganz hinten gelandet, was nun in den verschiedensten Medien heiß diskutiert wird.

    Zugegeben – meine favorisierte Musikrichtung war der Song von Cascada auch nicht gerade, aber ich fand, er war sehr gut und mit viel Engagement vorgetragen und hat diese Platzierung aus meiner Sicht auch nicht verdient. Mit Blick auf das Gastgeberland Schweden, das - für mich auch völlig überraschend - ebenso wie wir ganz hinten gelandet ist, scheint mir aber eine gewisse Tendenz sichtbar zu werden: in diesem Jahr waren mal wieder die Balladen dran. Dänemark hat es am besten verstanden, ein Gesamtpaket aus einer eingängigen Melodie, vorgetragen von einer hübschen und sympathisch `rüberkommenden jungen Frau (ähnlich wie seinerzeit unsere Lena) und umgesetzt mit einer einfallsreichen, aber nicht bombastisch übertriebenen Bühnenshow zu schnüren – und damit verdient gewonnen.

    Ich reihe mich nicht ein in die Gruppe derer, die das Ergebnis vordergründig politisch zu erklären versuchen, obschon – es mag eine gewisse Rolle gespielt haben, dass unsere Politiker momentan nicht unbedingt dazu beitragen, Deutschland in Europa sympathisch erscheinen zu lassen. Aber in der Musik kommt es vor allem darauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige, glückliche Händchen zu haben und den Zeitgeschmack zu treffen – und da sind wir mit unserem Beitrag möglicherweise ein paar Monate zu spät gekommen.

    Gänzlich daneben finde ich jedoch Diskussionen darüber, ob Deutschland sich weiter in der bisherigen Größenordnung an der Finanzierung eines solchen Events beteiligen sollte. Freuen wir uns lieber darüber, dass einmal im Jahr ein derartiges Fest der Unterhaltung stattfindet – und das ist es in jedem Fall auch diesmal wieder gewesen. Gleich, wer am Ende welchen Platz belegt hat – es haben viele Millionen Menschen zugeschaut und es waren –die beiden Halbfinals eingeschlossen – drei Abende guter Unterhaltung auf einem überwiegend hohen musikalischen Niveau.

    Ich jedenfalls freue mich schon auf eine Revanche im nächsten Jahr.

    Zur Erinnerung hier noch einmal der Link zum Siegersong:

    Emmelie De Forest – Only Teardrops


     




    Am 25. Juni 2011 ist unser Enkel, Neffe, Urenkel und Sohn ein Jahr alt! Wir gratulieren ihm ganz herzlich mit diesem Song, mit den liebsten Grüßen an seine Eltern!

     


     

    25.06.2010

     

    Wir heißen ein Baby in unserer Familie herzlich willkommen, der Sohn, Urenkel, Enkel & Neffe ist endlich da!!! Dieser Song ist ihm und seinen Eltern gewidmet.....

     

     

     


     

    16.05.2010

    Ich erinnere mich noch gut....

    ....an meine langen Autobahnfahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort, als ich allein und ungestört (das war das einzig Gute daran) das Autoradio aufgedreht mit Inbrunst (oder auch aus innerem Frust ?) laut mitgesungen habe "I still haven`t found, what I`m looking for". Es war und ist für mich der beste Song aus dem besten Album, das U2 je gemacht hat, The Joshua Tree und er erinnert mich ein weiteres mal an ein Jubiläum. Diese von mir geschilderte Zeit liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück und Bono hat gestern sein halbes Jahrhundert gefeiert! Es hieße, Eulen nach Athen zu tragen, einen langen Artikel über diesen genialen Sänger und sein menschliches, wie politisches Engagement zu schreiben. Wer weiß auch, ob es den Eulen momentan so recht wäre... Belassen wir es also bei einem Herzlichen Glückwunsch und KEEP ON ROCKING !!!

     


     

    26.März.2010

     

    Hast du etwas Zeit für mich …

     

    fragte vor 27 Jahren eine junge Sängerin und ich möchte mir heute diese Zeit nehmen, um ihr ganz herzlich zum 50. Geburtstag zu gratulieren. Wer es nicht weiß, würde ihr diese Jahreszahl im Übrigen niemals abnehmen, was uns die Hoffnung gibt, noch viel und lange von Nena zu hören.

     

    Nena gehört zu den wenigen Künstlern, von denen man immer das Gefühl hat, dass sie präsent sind, auch wenn sie eigentlich weder in den aktuellen Charts vertreten sind, noch ihre Videos über die Bildschirme flimmern. Sie haben sich mit ihren Songs und mit ihren Texten in die Seelen eingegraben und klingen von innen fort, auch wenn sie draußen nicht zu hören sind.

     

    Nena ist im Sog der sogenannten „Neuen deutschen Welle“ in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen aus dieser Zeit war sie nicht nur der Schaum auf dem Wellenkamm, sondern das tiefe Wasser, welches die Welle hervorbringt. Und das ist der Grund, weshalb sie auch heute – wo die Welle längst verebbt ist - noch in unseren Herzen ist.

     

    Nena singt nicht nur eingängige Songs, sie vermittelt in ihren Texten auch Botschaften und Lebensgefühl. Sie wird nicht nur als Künstlerin verehrt, sondern verdient vor allem auch als Mensch unsere höchste Achtung.

     

    Nena, alles Gute zum Geburtstag, schenke uns noch viele weitere Songs!

     

    ... wir werden uns gern die Zeit nehmen und Dir zuhören!

     

     


     

    !5. Februar 2010

    Am 13. Februar wurde in Chobham, Surrey, England Peter Brian Gabriel geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren gründete er 1967 die Band GENESIS und war deren Frontmann bis 1975, als diese Rolle von Phil Collins übernommen wurde.

    Gründe für seinen Weggang waren u.a. musikalische Differenzen mit den anderen Bandmitgliedern und wahrscheinlich auch seine schon damals ausgeprägte Experimentierfreudigkeit in musikalischer und konzeptioneller Hinsicht, die er in seinen späteren spektakulären Bühnenshows verwirklicht hat. Unvergessen bleiben werden u.a. sein mehrfach preisgekröntes Video zu SLEDGEHAMMER, die speziellen Schlagzeugsounds und die immer wieder aufs Neue beeindruckenden Klangwelten, die er seit 1977 in seiner Solokarriere geschaffen hat.

    Peter Gabriels Werke von 1995 bis heute werden in zunehmendem Maße von seinem Interesse an der Weltmusik beeinflußt. Bemerkenswert ist auch sein Engagement für Amnesty und Menschenrechte, welches in verschiedenen Projekten der jüngeren Vergangenheit seinen Ausruck findet. Eine Reunion mit GENESIS schließt Peter Gabriel definitiv aus. Aber auf sein weiteres Schaffen als Solokünstler darf man durchaus sehr gespannt sein.

     




    1. Februar 2010

    Zum Andenken an Rio Reiser...

     

    Als ich heute das erste Blatt in meinem 2010er Kalender umgelegt habe, wurde mir bewusst, dass in 11 Monaten Weihnachten schon wieder vorbei ist. Wir schippen uns momentan im Schnee die Seele aus dem Leib und hoffen, dass es bald Frühling werde, und dabei ist es doch Lebenszeit, von der man wünschen sollte, dass sie möglichst langsam verstreicht.

    Einer, dessen Lebenszeit viel zu schnell vergangen ist, wäre im Januar 60 Jahre alt geworden. Aber Rio Reiser hat leider nur 46 Lebensjahre geschafft. Geboren als Ralph Christian Möbius am 09. Januar 1950 in Berlin war er als Sänger, Komponist, Texter und Schauspieler bis zu seinem Tod am 20. August 1996 in Fresenhagen als Rebell und Utopist nie einer bestimmten künstlerischen Schublade zuzuordnen. Wer ihn nur im „Junimond“ als „König von Deutschland“ kannte, wird ihm ebenso wenig gerecht, als wenn er ihn nur als Agit-Rocker aus seiner Zeit mit der Band „Ton-Steine-Scherben“ aus der Zeit „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ sehen würde. Vielleicht hat es ihn ja kaputt gemacht, dass er in seinem Leben zuviel Schmerz erleben und mit ansehen musste, dass sich seine Träume nicht nach seinen Vorstellungen verwirklichen werden. Durch welche Höhen und Tiefen er in seinem Leben auch gegangen ist, er war nie ein abgehobener Star, sondern ist immer ein - wenn auch sehr sensibler und am Ende verletzlicher - Mensch geblieben. Als solchen wollen wir ihn in ehrender Erinnerung behalten.

     



    Leider ein Ende mit Schrecken ...

    Eigentlich wollte ich den vorigen "ersten popstarfreien" Donnerstag gleich dazu nutzen, um ein Statement zu der nunmehr auch schon wieder abgeschlossenen Staffel abzugeben, habe es dann aber doch nicht geschafft. Was vielleicht auch ganz gut ist, denn mit ein wenig Abstand ist der Ärger über die beiden unwürdigen Abschlussveranstaltungen inzwischen etwas verraucht und das Wesentliche ist wieder in den Vordergrund getreten. Dennoch, ich komme nicht umhin, die Feststellung voran zu stellen, dass das Niveau der Veranstaltung den Mühen der um den Sieg wetteifernden Kandidaten (die dafür immerhin mehr als ein halbes Jahr vor laufenden Kameras ihr Innerstes nach außen gekehrt haben) in keiner Weise gerecht wurde. Angefangen von der miesen Moderation über die noch miesere Tontechnik (die es nicht in den Griff bekam, das Gekreische der Teenies im Saal wenigsten soweit auszublenden, dass man sich halbwegs auf den Gesang der Kandidaten konzentrieren konnte) bis hin zur der höchst schäbigen Dramaturgie, die Entscheidung über den Einzug ins Finale nochmals zwei Tage lang hinzuziehen (was mit Recht Buh-Rufe im Saal ausgelöst hat), man fühlte sich irgendwie auch unangenehm an die CD-Verkaufsmasche aus dem vergangenen Jahr erinnert, die irgendwie auch ein Flop gewesen ist), ist die Finalshow in keiner Weise den Ansprüchen gerecht geworden, die ich und mit mir sicher viele Millionen andere Zuschauer auch an sie gestellt hatte. Sehr unglücklich fand ich auch die Idee, die Kandidaten zusammen mit den ganz großen Superstars auftreten zu lassen. Sie mussten sich dabei zwangsläufig überfordert und vorgeführt vorkommen, was dann auch der Fall war und was sie nicht verdient haben! Jetzt, nach gut einer Woche und mit etwas Abstand hake ich diesen Teil der Staffel einfach mal ab und erinnere mich der schönen Momente und der großen Auftritte, in denen die jungen Sängerinnen und Sänger schon mal den Ansatz zum Popstar zeigen konnten - was ihnen in den Abschlussshows leider durch die beschriebenen Regiefehler leider versagt geblieben ist. Nach meiner persönlichen Meinung sind die gesanglich besten leider nicht im Finale vertreten gewesen, was mich aber nicht davon abhält, dem Siegerduett (und auch den Unterlegenen) alles, alles Gute auf dem weiteren Weg zu wünschen. Ich weiß nicht, ob die deutsche Poplandschaft gerade auf ein Duett gewartet hat, Ihr habt die Chance, sie zu erobern! Macht was draus, von meiner Seite viel, viel Glück dazu !!!

     

     


     

    And another birthdays

    Als ich heute morgen im Rundfunk eine Würdigung von Tom Waits anläßlich seines 60. Geburtstages hörte, wurde ich daran erinnert, dass noch zwei weitere Große des Musikgeschäfts vor kurzem runde Geburtstage feiern konnten: Tina Turner am 27.11. ihren 70. und Morten Harket am 14.09. seinen 50. Damit sind drei Interpret(inn)en zu ehren, deren Musikstile unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Aber das ist es ja gerade, was Musik ausmacht und was wir an ihr so lieben - es findet sich jeder darin wieder und sie überschreitet Grenzen, macht glücklich und provoziert.

    Gutes Beispiel dafür - Tom Waits, man mag ihn ja vielleicht nicht lieben, aber er ist ein Künstler, der längst aus dem Klischee des qualmenden Kneipensängers heraus getreten ist und sich inzwischen neben der Musik auch Theaterprojekten zugewandt hat.

    Tina Turner singt und tanzt, als ob sie mit jedem Geburtstag wieder um ein Jahr jünger wird, und bei Morten Harket darf man gespannt sein, welchen Weg er nach der Abschiedstour von AHA einschlagen wird. Allen Dreien auf diesem Wege unsere herzlichen Glückwünsche und alles Gute auf den Weg, den wir mit großem Interesse weiter verfolgen werden.

     


     

    Wieder ein runder Geburtstag:

    Als ob ich eine Tradition begründen wollte, bringt mich wieder ein runder Geburtstag dazu, ein paar Zeilen aufzuschreiben. Am heutigen Tag feiert der Frontmann und Sänger der Gruppe City, Toni Krahl, seinen 60. Geburtstag. Also Toni, auch ich möchte mich unter die Gratulanten einreihen und Dir und Deinen Fans noch viele gemeinsame musikalische Jahre wünschen! KEEP ON ROCKING !!!
    Waren Michael Jackson und sind Bruce Springsteen wie auch Udo Jürgens für mich ferne Sterne am Pophimmel, habe ich Toni mit seinen Mannen von City persönlich live erlebt und das zu einer Zeit, als sie noch nicht ganz oben auf der Popularitätswelle schwammen - als Student bei einem Konzert in der Mensa der damaligen Technischen Hochschule (heute Technische Universität) Otto von Guericke in Magdeburg.
    Viele Jahre später, man kann sagen, knapp zwei Generationen, habe ich ihn erneut live erleben dürfen - anläßlich einer Großdemo am Brandenburger Tor, und zwar auf derjenigen Seite, die ehemals zum westlichen Teil Berlins gehört hat. Ich werde nicht vergessen, wie Toni kommentierte, dass es die Willensäußerung von Millionen Menschen war, die es ihm ermöglicht hat, sich diesen Traum zu erfüllen, nämlich auf besagter Seite des Brandenburger Tors aufzutreten und dass man nicht aufhören darf, seinen Willen zu äußern, damit unser jetzt gemeinsames Deutschland zu dem wird, wofür die Menschen vor 20 Jahren auf die Straße gegangen sind.
    Dass Toni seinen Geburtstag nunmehr zusammen mit dem Tag der deutschen Einheit  feiert, ist mir ganz besonders Anlaß, an dieses Ereignis nochmals zu erinnern.
    Für viele verbindet sich der Name City mit Titeln wie "Am Fenster" oder "Casablanca". Ich bin sehr froh, einen Link gefunden zu haben, der zu meinem persönlichen Lieblingssong von City führt. Kein Anderer wird diesen Song jemals so singen können wie Toni Krahl! Viel Spaß und Gänsehaut Feeling beim Zuhören.

    George von Georgeanne am 03.10.2009

     


     

     

    Ein paar Gedanken zu den „Alten“ und den „Jungen“ …

     

    Heute habe ich die Meldung in den Medien gehört, dass Udo Jürgens seinen 75. Geburtstag feiert. Das hat mich daran erinnert, dass ich eigentlich vor ein paar Tagen etwas anlässlich des 60. Geburtstages von Bruce Springsteen schreiben wollte. Schön, dass es nun nach dem traurigen Jubiläum, dass Michael Jackson nur 50 Jahre alt wurde, diese beiden freudigen „runden Geburtstage“ gibt.

     

    Obwohl die beiden genannten Künstler völlig unterschiedliche Genres bedienen, mag und achte ich sie gleichermaßen. Beiden gemeinsam ist, dass sie über Generationen hinweg die Säle gefüllt haben und immer noch füllen, über leise, laute, nachdenkliche und aufrüttelnde Töne verfügen, jeder auf seine Weise – und dass beide, soweit man hört, noch nicht ans Aufhören denken. Ich sage dazu: Schön, dass es so ist, bleibt gesund und Eurem Publikum noch lange erhalten – Herzlichen Glückwunsch / Congratulations Udo und Bruce!

     

    Als ich im Urlaub in Dänemark war und – dem Satellitenzeitalter sei Dank – die „Jungen“ (Udo und Bruce verzeiht mir bitte, wenn ich Euch in Bezug auf meine Überschrift „der anderen Seite“ zuordne…) in der Sendung PopStars gehört und gesehen habe, deren Performance Ihr mit Klick auf den Link unter meinem Beitrag ebenfalls erleben könnt, ist mir ein ähnlicher Schauer über den Rücken gelaufen, wie ihn mir die beiden Jubilare mit so vielen Songs geschenkt haben.

     

    Die vier Mädchen sind sicher noch weit davon entfernt, sich Popstars nennen zu dürfen, aber sie haben sich aufgemacht auf den Weg dorthin. Unabhängig davon, wie weit sie es schaffen werden, möchte ich ihnen danken für die wunderschönen Minuten, während derer ich in ihrem Vortrag gefangen war und ihnen wünschen, dass sie sich die Fähigkeit bewahren, in unserer ach so lauten und immer kälter werdenden Welt mit leisen Tönen große Gefühle zu zeigen.

     

    George am 29.09.2009





    Wir trauern um Michael Jackson 28.06.2009



    Als ich mich mit dem Vorsatz hinsetzte, meine Gedanken zum Tod von Michael Jackson aufzuschreiben, kam mir immer wieder die Erinnerung an ein frühes Video, in dem ein kleiner Junge als Mitglied der „Jackson Five“ seine ersten Songs in die Welt trällerte. Wer hat damals geahnt, dass dies den Beginn einer vier Jahrzehnte überspannenden musikalischen Karriere markierten sollte!



    Es sind Wenige, die nicht nur durch meine Generation, sondern auch durch die unserer Kinder und Enkel als große Künstler anerkannt und geachtet wurden – Michael war einer von ihnen.



    Er hat eine einzigartige Verknüpfung von Musik und Bewegung verkörpert, die es in dieser Form vor ihm noch nicht gegeben hat. Und mag es auch unendlich viele geben, die seinen Stil nachahmen, vielleicht sogar perfekter sind als er es war, es wird immer heißen: „…schau mal, fast wie Michael Jackson…“



    So spricht man von Legenden, und mir fallen dabei Namen ein wie: Elvis Presley, Frank Sinatra, Marilyn Monroe,…Michael zählte schon zu Lebzeiten dazu…



    Mit Sicherheit wird sein Tod eine ungeheure mediale Welle auslösen, in deren Sog die Regenbogenjournalisten mit allen möglichen Spekulationen und Indiskretionen ihre Profilierungsversuche unternehmen werden. Michaels Verdienste und Ruhm als Künstler wird dies nicht anfechten können.



    Er mag als Mensch nicht so vollkommen gewesen sein wie er es als Musiker war, doch lassen wir ihm den Frieden, den er jetzt gefunden hat!



    Sein musikalisches Lebenswerk wird unvergessen bleiben!

     


     

    Mein Statement zum Abschluss der diesjährigen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“




    Nun ist also auch die diesjährige Staffel von DSDS Geschichte und es wurde ein neuer „Superstar“ ausgerufen. Diesen „Sieger“ und die Zweitplatzierte „Verliererin“ zu nennen, verbietet sich angesichts des hauchdünnen Unterschieds in der Publikumsbewertung und was der Titel wert ist, wird ohnehin erst die Zukunft zeigen. Das stimmliche Vermögen, um mit der Mehrheit der Mainstream-Chartstürmer konkurrieren zu können, darf beiden getrost bescheinigt werden, ob sie sich aber im Gedächtnis der Fans werden festsetzen können, bleibt abzuwarten. Viel wird davon abhängen, ob es Songschreiber und Produzenten geben wird, die sich ihrer auch über die kurzlebige DSDS-Popularität hinaus annehmen werden. In voller Anerkennung ihrer Leistung und mit Sympathie sei ihnen das ehrlichen Herzens gewünscht. Leider hat der Veranstalter die Chance ungenutzt gelassen, die letzte Sendung zu einem wirklichen „Showdown“ zu machen. Dabei wäre ein Rahmenprogramm mit ehemaligen DSDS-Teilnehmern, die „ihren Weg gemacht haben“ viel emotionaler gewesen als der Auftritt der in den zurückliegenden Mottoshows ausgeschiedenen Teilnehmer, denen man nicht so recht abnehmen mochte, dass dies ihre „time of my life“ gewesen sei… Warum nicht wenigstens der letztjährige Superstar aufgetreten ist, wird wohl das Geheimnis des Senders bleiben. So wollte sich das Finale leider – wohl auch zusätzlich bedingt durch die unsäglichen Werbeunter-brechungen – nicht zu einem rechten Highlight entwickeln. Da die Kandidatin, die es gewagt hatte, dem Chefjuroren mehr als einmal die Schlagzeilen zu stehlen, gerade noch rechtzeitig ausgeschieden ist……., war eine neuerliche Entgleisung wie die im Halbfinale offen demonstrierte Parteilichkeit nicht zu befürchten, womit jedoch wenigstens auch kein „negatives Highlight“ den Gesamteindruck getrübt hat. In Bezug auf die Einschaltquoten soll – so hört man – diese Staffel von DSDS ein voller Erfolg gewesen sein. Wenn es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben sollte, dann lasst uns hoffen, dass der Grund dafür nicht allein der zweifelhafte „Unterhaltungswert“ der Selbstdarstellungen des „Chefjuroren“ und das geschickt inszenierte Rollenspiel der Kandidat(inn)en gewesen ist. Allein, so recht mag man daran nicht glauben…


    Die neue Staffel von DSDS befand sich noch im Stadium der Vorausscheide, als ich den Tipp erhielt: „Schau doch mal `rein, es sind diesmal wirklich gute Stimmen dabei!“

    Eingestiegen bin ich dann bei der ersten Mottoschau und stellte zu meinem Erstaunen fest, dass die Kandidat(inn)en – wie in keiner Staffel zuvor – offensichtlich nach einem einzigen Kriterium für das Rennen um den „Superstar“ ausgewählt worden waren – nämlich – jede Klientel sollte ihr Idol bekommen: eines für die kleinen Mädchen, eines für die großen Mädchen, einen Entertainer, einen Paradiesvogel, eine Schlagerqueen, eine „Schöne“ und ein „Biest“ – die Reihe ließe sich fortsetzen…

    Ein Schelm, wer da vermutet, dass es dem Sender bei dieser Auswahl wohl eher um die Einschaltquoten und Telefonanrufe der rivalisierenden Fangruppen für ihre Idole ging, als um das Finden eines neuen Chartstürmers!

    Ärgerlich nur, dass den „Machern“ von DSDS diesmal die Sache aus den Händen zu gleiten scheint und sich zu einem Selbstläufer entwickelt hat.

    Welche Stimmgewalt Teeniemädchen haben können, hat man erlebt, als sie vor zwei Jahren Martin Stosch bis in`s Finale gebracht haben – und - je aggressiver sich Sender und Chefjuror gegen Annemarie Eilfeld verbünden, desto größer wird ihre Fangemeinde…

    Man möge sich beispielsweise einmal ein Finale zwischen ihr und Dominik Büchele vorstellen, in dem beide mit der Interpretation eines vom Chefjuror geschriebenen Songs gegeneinander antreten müssen!

    So wird schnell klar, warum mit selten gesehener Einigkeit Front gemacht wird gegen nicht erwünschte Kanditat(inn)en, zielgerichtet parteiisch moderiert wird und so genannte „Bewertungen“ abgegeben werden, die normalerweise jeden Richter in einem Zivilprozess zu einer ansehnlichen Schadensersatzverurteilung wegen Beleidigung veranlassen würden.

    Nun kann man sagen, dass die Kandidat(inn)en, die sich bei diesem Sender und bei dieser Sendung beworben haben, gewusst haben werden, worauf sie sich einlassen. Richtig, aber man muß sich auch vor Augen führen, dass einem Millionenpublikum von jungen Zuschauern allsamstagabendlich zur besten Sendezeit Umgangsformen vorgeführt werden, die einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig sind.

    Den Kandidat(inn)en, die dies bis hierhin ertragen haben, möchte ich wenigstens ein bisschen damit Mut machen, dass es auch ein Leben nach DSDS gibt und dass die wirklich Guten auch nach Jahren noch zu hören und in Konzertsälen zu sehen sind. In diesem Sinne – haltet durch!

    Dem Veranstalter allerdings möchte ich sagen, dass er in mir definitiv einen Zuschauer verloren hat, sollte es noch einmal eine Staffel DSDS geben, die mit der gleichen Moderation und dem gleichen „Chefjuror“ an den Start geht.

    Wenn es eben unabänderlich ist, dass Anstand und Anspruch hinter dem finanziellen Denken zurückstehen müssen, dann können nur drastisch sinkende Einschaltquoten bewirken, dass zukünftig in einer wirklichen SUPERSHOW ein wirklicher SUPERSTAR gesucht und gefunden wird.